Posts mit dem Label Erziehung werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Erziehung werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Sonntag, 11. August 2013

Rüpelhaftes Benehmen


Schlägt ihr übermütiger Junghund gelegentlich über die Stränge? Nimmt er beispielsweise unterwegs immer wieder die Leine ins Maul und funktioniert sie zum Zerrspielzeug um? Würden sie jetzt hektisch und ärgerlich auf ihn einschimpfen, hätte das folgende Wirkung: Der Hund wird noch aufgeregter, und die Situation schaukelt sich auf. Deshalb ist hier Coolness gefragt. Nehmen sie dem Vierbeiner völlig ruhig den Wind aus den Segeln, indem sie ihm ihre Aufmerksamkeit entziehen.


So klappt es: Es gibt mehrere Möglichkeiten, den Vierbeiner entsprechend zu beeinflussen:
Bleiben sie stehen und verschränken sie die Arme. Beachten sie den Hund nicht. Eventuell zerrt er zunächst noch weiter an der Leine. Aber da sie nicht aktiv mitmachen, wird ihrem Jungspund die Sache früher oder später langweilig. Hört er auf, warten sie ein paar Momente und gehen erst dann weiter.

Drehen sie sich zum Hund und gehen sie ruhig, aber gezielt und ohne Blickkontakt "in ihn hinein". Dadurch zwingen sie ihn, ihnen auszuweichen, wodurch sie sehr präsent und souverän wirken. Ausserdem kann er nicht mehr an der Leine zerren, da sie nicht mehr straff wird. Sobald er aufhört, gehen sie wieder in ihre ursprüngliche Richtung weiter.

Lassen sie die Leine auf den Boden fallen, stellen sie einen Fuss darauf und verschränken sie die Arme. Beachten sie den Hund nicht. Auch so wird dem Vierbeiner das Zerren an der Leine keinen Spass mehr machen, da sie in keinster Weise mitmachen. Auch hier warten sie wieder einige Momente, nachdem ihr stürmischer Vierbeiner das Zerren eingestellt hat. Nehmen sie die Leine kommentarlos auf und gehen sie weiter.

Hängen sie die Schlaufe der Leine an einen Zaunpfosten oder einen Ast. Gehen sie ein Stück weg und bleiben sie mit dem Rücken zum Hund stehen. Schauen sie unauffällig, was er tut. Sobald er sich einige Momente ruhig verhält, gehen Sie zu ihm zurück - ohne ihn direkt anzusehen und ohne etwas zu sagen. Nehmen sie die Leine wieder in die Hand und setzen sie den Spaziergang fort.

Mittwoch, 3. April 2013

Den Hund richtig rufen

"Komm!" ist für den Hund ein schwieriger Befehl. Der Hund muss etwas unterbrechen, das er gerade interessant findet, um - viel langweiliger! - zu Ihnen zu kommen. Wenn Ihr Vierbeiner nur ungern auf Ihre Zurufe reagiert, sollte Ihre Aufgabe darin liegen, das "Komm!" für Bello so amüsant wie möglich zu gestalten.

Ich kenne viele Varianten des "Komm!"-Befehls, höre sie in Parks und überall da, wo ich mit meinen Hunden laufe. Da ist zum einen der Verführungs-Befehl: "Lilly, komm! Komm hierher, mmmmmhmm, ein Keks! Willst du einen Keks, Lilly?" Oder der multiple Befehl: "Lilly, komm. Lilly, komm, komm, Lilly, komm! KOMM!" Oft höre ich auch den beliebten Jetzt aber!-Befehl: "Komm sofort hierher!", zu dem ein drohender Tonfall gehört. Nummer eins meiner persönlichen Hitliste ist allerdings der Befehl-ohne-Befehl, bei dem Herrchen oder Frauchen den Namen seines Hundes zwar pausenlos wiederholt, ihm aber keineswegs mitteilt, was der eigentliche Grund seiner Rufe ist: "Lilly! Lillylillylillylillyliiiiiiilllyyyy!" Lilly und andere Hunde würden wahrscheinlich aufs Wort gehorchen, wenn ihre Besitzer ein paar grundlegende Punkte beherzigen würden. Der wichtigste: Hunde lernen, in dem Moment zu gehorchen, in dem man das Gehorchen durchgesetzt hat. Wenn Sie Ihren Hund also geschlagene zehn Mal rufen und dann erst hinter ihm herstapfen, um ihn zu holen, wird er auf diese Weise lernen, erst beim zehnten Mal gehorchen zu müssen oder eben stehen zu bleiben, damit Sie kommen, um ihn zu holen. Er wird nicht im Traum darauf kommen, schon beim ersten Ruf seines Namens umzudrehen, um zu Ihnen zu kommen.

1. Üben Sie das "Komm!" in einer Situation, in der Sie Kontrolle über den Hund haben. Das geht am besten an der Leine und im Haus. Gehen Sie mit Ihrem an der durchhängenden Leine angeleinten Hund herum, ändern Sie die Richtung, gehen Sie rückwärts und rufen Sie ihn. Sobald er Ihnen folgt, loben Sie jeden Schritt, den er auf Sie zu macht.

2. Als Nächstes üben Sie mit einem Helfer das "Weglauf-Spiel": Jemand hält Ihren Hund ganz ruhig am Halsband, während Sie mit ihm spielen und ihn richtig "aufmischen". Dann laufen Sie außer Sichtweite aus dem Zimmer und rufen Ihren Hund: "Fifi, komm!" Erst dann lässt Ihr Helfer Ihren Hund los, damit er losrennen kann, um Sie zu suchen. Wenn er bei Ihnen ankommt, lassen Sie ihn "Sitz!" machen und loben ihn überschwänglich. Wiederholen Sie das Ganze insgesamt höchstens drei Mal - Ihr tierischer Freund soll interessiert bei der Sache bleiben. Ganz wichtig: Sobald er langsamer wird, lassen Sie es gut sein. Als Überraschung können Sie ihm jedes vierte oder fünfte Mal ein Lieblingsspielzeug oder einen Hundekuchen geben, sobald er kommt. Wenn er anfängt, sich bei dem Spiel zu amüsieren, verstecken Sie sich. Machen Sie es ihm immer schwerer, Sie zu finden. Manche Hunde geraten dabei ganz außer sich vor Spannung und finden so Gefallen an dem Spiel.

3. Jetzt gehen Sie mit einer zehn Meter langen Schleppleine nach draußen. Wechseln Sie bei Ihrem Hund die normale kurze Leine gegen die dünne Schleppleine aus. Sie sollte sich erst dann straffen, wenn Sie ihn in seinem Laufen ganz gezielt korrigieren wollen. Sobald Sie merken, dass er abgelenkt ist, rufen Sie ihn mit dem deutlichen Befehl "Komm!". Wenn er es tut, loben Sie ihn fröhlich und setzen dann das gleiche Spiel fort, das Sie schon in der Wohnung mit ihm gespielt haben: Rückwärtsgehen, Verstecken... Wenn auch das gut klappt, steigern Sie das Benimm-Training und bauen Ablenkungen ein: Lassen Sie ihn mit einem anderen Hund spielen, rufen Sie ihn dann, und verfahren Sie erneut wie oben beschrieben. Wenn Ihr Hund allerdings nicht reagiert, geben Sie ihm einen kurzen Ruck mit der langen Leine (achten Sie darauf, dass die Leine nicht um sein Bein gewickelt ist, bevor Sie ihm den Ruck geben) und rufen Sie noch einmal "Komm!". Wenn er anschließend kommt, loben Sie ihn gut gelaunt. Nach dieser Überraschungs-Korrektur beenden Sie die Übung, nehmen ihn an seine normale Leine und gehen nach Hause. Hat Ihr Vierbeiner erst einmal begriffen, dass er an einer langen Leine hängt, ist das Training sinnlos.

Üben Sie morgen weiter: Wenn möglich, fangen Sie mit den Komm-Spielen an, die Sie bereits aus der Wohnung kennen. Wichtig: Rufen Sie Ihren Hund stets mit der festen Überzeugung, dass er kommen wird: Wenn Sie glauben, er käme sowieso nicht, wird er das spüren - und Sie haben verloren.

Mittwoch, 20. Februar 2013

Die 7 Wege zur Motivation des Hundes (letzter Teil)


7. Motivation versus Triebe 

"Das Verständnis von Hundeverhalten ist inzwischen so behavioristisch geprägt, dass der Eindruck vorherrscht, alles sei durch den Einsatz von Belohnung und Strafe manipulierbar", meinen die Trainer Rolf und Madeleine Franck. "Aber positive Verstärkung in Form von externer Belohnung kratzt immer nur an der Oberfläche der Motivation. Was dabei zu kurz kommt, sind die damit einhergehenden Emotionen." 
Ihre These: Dieselbe erleichterte Freude, die einen Schüler nach der bestandenen Matheprüfung einen Luftsprung machen lässt, empfindet der Hund nach einer gelösten Aufgabe. Erfolg zu haben fühlt sich einfach gut an. Das Gehirn schüttet Dopamin aus, den Auslöser für Glücksgefühle. Die Zehn-Euro-Belohnung von der Oma empfindet der eine ebenso als nette Draufgabe wie der andere das Stück Wurst. "Viel wichtiger ist das innere Wohlgefühl, das sich bereits vor der echten Belohnung einstellt. Die im Ich-hab's-geschafft-Moment ausgeschütteten Glücksbotenstoffe sind die wichtigsten Verstärker", erläutern beide Trainer, die in ihrem Erziehungskonzept "Blauerhund" weder auf Rangordnungsprinzipien noch auf Triebbefriedigung setzen. 

Was heisst das für den Alltag? 
Prinzipiell ist Ja zu sagen ein Zeichen unserer Zuneigung, und es spricht nichts dagegen, wenn wir unseren Schützling grosszügig loben und verwöhnen, wenn wir es aus ganzem Herzen und frei von strategischen Hintergedanken tun. Meistens allerdings loben wir in taktischer Absicht, um ein bestimmtes Verhalten beim Hund hervorzurufen. Dann kommt die Zustimmung aus unserem Kopf statt von Herzen, was zur Folge haben kann, dass wir allzu leicht zum Futterautomat für den Hund oder zur Ballwurfmaschine mutieren und Werte wie Respekt und Vertrauen mit Futter erkaufen wollen - keine gute Entwicklung für den Sozialpartner Mensch. 

Besser ist es in jedem Fall, niemals nur eine Lobform aus dem Motivationskoffer zu holen, um einen Hund anzufeuern. Auch Spielzeug, Streicheleinheiten sowie das gezielte Verschenken von Aufmerksamkeit oder ein simples "Lauf!" nach einer längeren Bleibübung können, wo es passt, den Hund in seinem Handeln bestätigen. Je mehr Persönlichkeit wir Menschen dabei in die Beziehung zu unserem Vierbeiner legen, umso eher wird dieser bereit sein, sich für gemeinsame oder allein unsere Ziele anzustrengen. Das bedeutet: Weniger dressieren, mehr körpersprachlich kommunizieren und möglichst individuell, authentisch und fantasievoll belohnen. Schliesslich gilt auch für unseren Umgang mit Hunden: Die besten Geschenke sind die, die man nicht kaufen kann.

Dienstag, 19. Februar 2013

Die 7 Wege zur Motivation des Hundes (6. Teil)




6. Lob mit Herzblut 

Willst du gelten, mach dich selten - einer, der Hunde auf höchstem Niveau ausbildet und dabei ebenfalls nicht auf Futter setzt, ist der Schweizer Trainer Hans Schlegel. "Ein Lob muss immer von Herzen kommen und ohne Eigennutz sein", erklärt er. "Wer lobt, um etwas zu bewirken, ist nicht ehrlich, und wer mit Futter lockt, setzt sich selbst in den Hintergrund." 

Hündisches Lob hat sich Schlegel angeblich von den Wölfen abgeschaut. Er unterscheidet vier Abstufungen artgerechter Anerkennung: "Im Wolfsrudel ist es für das rangniedere Tier das höchste Lob, wenn der Ranghöhere sich mit ihm auseinandersetzt. Folglich ist das höchste Lob, wenn der Mensch, der für seinen Hund ein Leader ist, ihm Aufmerksamkeit schenkt und sich mit ihm beschäftigt. Das zweitgrößte Lob ist, dem Leader folgen zu dürfen. Denn wenn der Rangniedrige sich nicht darum bemüht, ist der Ranghöhere weg. An dritter Position folgt eine Bestätigungsform, die Wölfe als wohltuend und angenehm empfinden: das Kontaktliegen und gemeinsame Ruhen." 

Schlegel, dessen Karriere in den Achtzigerjahren mit der Ausbildung von Polizeihunden in den USA begann, erklärt: "Streicheleinheiten, die von Herzen kommen, entsprechen dem Kontaktliegen. Erst an vierter Stelle steht das Beuteteilen, sei das bei Hunden nun Futter oder Spielzeug. Meistens aber lockt und besticht der Mensch seinen Hund mit Wurst, aber darauf lässt sich keine herzliche Beziehung aufbauen", so der anerkannte Fachmann.

Sonntag, 17. Februar 2013

Die 7 Wege zur Motivation des Hundes (5. Teil)


5. Lob durch Schweigen 

Den Hund zu ignorieren, was bei manchen Besitzern schon als Form der Bestrafung gilt, ist für Schäferin Anne Krüger ein Lob, "aber ein passives". Durch Schweigen wird das Verhalten des Hundes geduldet. Man animiert ihn indirekt zum Weitermachen und signalisiert: Was du gerade machst, ist okay. "In manchen Situationen stört Loben die Aktion", erklärt Krüger. "Platzmachen gelingt oft besser, wenn der liegende Hund nicht überschwänglich gelobt wird, denn das bringt ihn meist sofort wieder auf die Beine." 

Vor allem bei Hunden aus Arbeitslinien kann zu viel Motivation kontraproduktiv sein. Sie brauchen weder Dummys noch Futter als Anreiz, denn die Zusammenarbeit mit dem Menschen liegt ihnen im Blut. Hier gilt es, den Ball der Motivation eher flach zu halten und viel Wert auf Ruhe und Konzentration zu legen. Stille Freude oder ein ruhiges stimmliches Lob reichen Workaholics oft schon aus.

Donnerstag, 14. Februar 2013

Die 7 Wege zur Motivation des Hundes (4. Teil)



4. Lob durch Streicheln 

Nicht verführen, sondern überzeugen: Für die Tiertrainerin und Deutsche Meisterin im Schafehüten Anne Krüger steht Streicheln an erster Stelle. Belohnungen wie Leckerbissen oder Spielzeug lehnt sie ab, denn "der Hund soll nicht verführt werden, sondern überzeugt". Sie bestätigt den Hund mit freundlicher Stimme oder durch Liebkosen des Gesichts. "Das ist Beziehungsarbeit", meint Krüger. "Denn beim Hund führt das Abstreichen seines Gesichts zur wohltuenden Entspannung. Verantwortlich dafür sind Reflexzonen, die in der Nasenfalte und in den Wangen sitzen. Je langsamer und ruhiger der Hund an diesen Stellen berührt wird, desto entspannter reagiert er", erklärt die Tierwirtschaftsmeisterin. 

Wer mit Streicheln belohnt, sollte darauf achten, dass sein Tier die Berührung geniesst. Manche Hunde drehen den Kopf weg oder warten, bis das für sie lästige Anfassen vorüber ist. Die wenigsten mögen es, wenn man ihnen über den Kopf streicht. Hinter den Ohren oder am Bauch gekrault zu werden, empfinden viele als angenehm. Ein Hund, der es geniesst, lehnt sich mit dem Körper gegen die Hand, die ihn streichelt, und wendet sich seinem Menschen zu.

Mittwoch, 13. Februar 2013

Die 7 Wege zur Motivation des Hundes (3. Teil)




3. Lob durch Spielen
Es gibt Hunde, für die Spielen als hochwertigere Belohnung gilt als Fressen. Nach längerer Konzentrationsphase ist ein Spiel zur Auflockerung genau das Richtige. Diese Belohnungsstrategie ist aber aufwendiger, als Futter zu geben, und erfordert vom Menschen ein gewisses Vortraining. Darüber hinaus sollte der Besitzer fit und beweglich sein und keine Scheu haben, sich schmutzig zu machen.

Dienstag, 12. Februar 2013

Die 7 Wege zur Motivation des Hundes (2. Teil)


2. Lob mit Futter & Worten 

Für Hundeprofi Martin Rütter spricht nichts dagegen, den Vierbeiner lebenslang für die korrekte Ausführung von Signalen zu belohnen. "Natürlich gibt es im Lauf der Zeit eine Art Belohnungshierarchie", erklärt er. "Soll heissen, für ein einfaches Sitz bekommt mein Hund kein Riesenstück Pansen mehr, jedoch immer ein verbales Lob sowie ab und zu ein Futterbröckchen. Pfeife ich ihn jedoch aus dem Spiel mit Hunden oder von einer Fährte zurück, bekommt er seinen heissgeliebten Pansen." 

Gehorsam gegen Futter sei wie Geld gegen Ware zu geben, meint allerdings Jan Nijboer, Begründer der Erziehungsmethode Natural Dogmanship. Er nennt dies eine Geschäftsbeziehung oder sekundäre soziale Beziehung. "Kennzeichnend für eine primäre soziale Beziehung sind dagegen gleiche Zielsetzungen der Sozialpartner." Seiner Meinung nach ist das Wie des Zusammenlebens viel wichtiger als das, was erreicht wird.

Montag, 11. Februar 2013

Die 7 Wege zur Motivation des Hundes (1. Teil)


zalando.ch - Schuhe und Fashion online

Belohnen liegt im Trend. Ob mit "click and treat", einem hochfrequenten "Fein" und anschließendem Leckerchen oder mit Spielzeug als Bestätigung, das Ergebnis ist dasselbe: Der Hund lernt, welche seiner Handlungen Erfolg versprechen, und führt diese häufiger aus. Zauberformeln wie "positive Verstärkung" und "sanfte Erziehung" gelten längst als moralisch wertvoll. Wenn Hundebesitzer sich zwischen Aggression, Ignorieren oder Motivation, den drei Möglichkeiten, um Verhalten zu beeinflussen, entscheiden müssen, wählen sie immer öfter die wohlwollende, großherzige Reaktion. 

Nun winken Hunde, die unter sich sind, nicht mit Leckerlis, damit ein anderer mit ihnen spielt. Doch statt den Vorderkörper tief zu stellen oder ein Stöckchen in den Mund zu nehmen, locken wir mit Keks oder Knochen - was bei den meisten Adressaten durchaus gut ankommt. Weil es aber eher zur Art des Menschen zählt, Leistungen materiell zu honorieren, kursiert unter Zweibeinern ein energischer weltanschaulicher Disput darüber, was Hunde wirklich am besten motiviert. Die einen schwören auf Leckerbissen, andere auf Streicheleinheiten oder Spielzeug, wieder andere verzichten aufs Loben. Anerkannte Hundetrainer unterscheiden bei den Facetten der individuellen Erziehung sieben Kunstgriffe der Motivation. 

1. Lob mit Futter 
Lernen bedeutet, sein Verhalten zum eigenen Vorteil zu ändern. Hunde kooperieren nicht aus Dankbarkeit. Sie lernen nach dem Prinzip der operanten Konditionierung. "Wenn ich was davon hab, mach ich's wieder, sonst lass ich es bleiben." Der einfachste ist der Weg über die Futterbelohnung, denn Futter gehört zu den überlebenswichtigen Ressourcen für jeden Organismus. Bei manchen Trainees ist es aber wichtig, Leckerchen zu wählen, die der Hund auch mag. Nicht alle sind bereit, für ein Stück Trockenfutter Höchstleistungen zu vollbringen.

Auf die folgenden Punkte gehe ich in den kommenden Tage ein:
2. Lob mit Futter & Worten 
3. Lob durch Spielen 
4. Lob durch Streicheln 
5. Lob durch Schweigen 
6. Lob mit Herzblut 
7. Motivation versus Triebe 


Sonntag, 10. Februar 2013

Loben lernen: die häufigsten Fehler beim Belohnen


Wir beachten häufig nur, was uns nervt, statt zu loben, wenn der Hund etwas gut macht, etwa an lockerer Leine läuft. 

Wir loben zu spät, nicht während der Übung, sondern wenn sie vorbei ist. Geht der Hund zum Beispiel über einen Gitterrost, sollte er währenddessen gelobt werden und nicht, wenn er wieder angenehmen Boden unter den Pfoten hat. 

Wir loben zu überschwänglich, was Hunde so erregt, dass sie die Übung vorzeitig abbrechen. Gerade bei Ruheübungen ("Platz" oder "Bleib") sollte man, wenn überhaupt, nur sanft loben. 

Wir verlangen zu viel. Nichts wirkt auch bei Hunden demotivierender als ständiger Misserfolg. Daher ist es wichtig, schon kleinste Schritte anzuerkennen und zu belohnen. Soll das Tier beispielsweise lernen, seine Pfote zu geben, hilft es, schon seine Gewichtsverlagerung zu loben, als nächstes wird das kleinste Abheben der Pfote vom Boden gelobt, und so weiter.

Freitag, 8. Februar 2013

Forderndes Verhalten abstellen


Ist es nicht putzig, wenn der Kleine zur Fütterungszeit schwanzwedelnd und mit unwiderstehlichem Schmachtblick vor Ihnen sitzt? Ein Blick auf die Uhr - oh, beinahe hätten Sie sich verspätet. Also nichts wie ab in die Küche. So oder ähnlich geht es nicht wenigen Welpenbesitzern, und sie geben ihrem Welpen nach. Wenn das ab und zu geschieht, ist das kein Problem. Ist der Ablauf aber immer so, kann sich das fordernde Verhalten steigern. Der Welpenbesitzer ist sich dessen aber meist nicht bewusst. Es fällt erst dann auf, wenn das Verhalten des Vierbeiners unangenehm wird. Im Zusammenhang mit dem Füttern kann das so aussehen, dass der Vierbeiner zur entsprechenden Zeit oder bei jedem Anzeichen der nahenden Mahlzeit völlig aus dem Häuschen gerät und womöglich ausdauernd bellt, bis sein Napf endlich auf dem Boden steht. Doch das lässt sich leicht wieder abstellen.

So klappt es: Sie wissen ja - der Hund lernt am Erfolg. Sie möchten unbedingt die Bellphase Ihres kleinen Vierbeiners beenden und beeilen sich, sein Futter möglichst rasch zuzubereiten. Der Welpe hat also gelernt, dass er mit bestimmten Verhaltensweisen sein Ziel schnell erreicht. Nun sorgen Sie dafür, dass Ihr Liebling damit aber sofort nichts mehr erreicht.

Die Fütterungszeit ist gekommen, der Vierbeiner beginnt herumzuspringen und zu bellen. Sie setzen sich jedoch an den Tisch und lesen die Zeitung. Ihrem Welpen wird jetzt, bildlich gesprochen, die Kinnlade nach unten klappen. Denn Ihr neues Verhalten hat er nicht erwartet.

Beobachten Sie ihn unauffällig aus den Augenwinkeln. Sobald sein Fokus nicht mehr auf Ihnen und der Mahlzeit liegt und er sich etwa mit seinem Spielzeug beschäftigt oder sich hinlegt, warten Sie noch etwas ab, damit er Ihren Aufbruch in die Küche auch wirklich nicht mit dem Bellen verknüpft.

Dann machen Sie sich auf den Weg, um in der Küche sein Futter vorzubereiten.

Sobald er aufgeregt wird oder bellt, gehen Sie sofort wieder aus der Küche zu Ihrem Tisch und setzen sich. Dieses Verhalten kann der Kleine allerdings auch bereits auf Ihrem Weg in die Küche zeigen, aber auch erst, wenn das Futter im Napf ist oder gar erst während Sie den Napf in Richtung Boden bewegen.

Lassen Sie den Napf ausser Reichweite des Welpen auf der Küchenanrichte stehen, bevor Sie die Küche verlassen. Ihr Welpe lernt nun, dass nur ruhiges Verhalten zum vollen Napf führt. Wie oft Sie den Vorgang des Fütterns abbrechen müssen, ist von Hund zu Hund verschieden. Aber halten Sie durch, und zwar bei jeder Mahlzeit.

Wichtig: Ihr Vierbeiner möchte in dieser und ähnlichen Situationen mit seinem Verhalten Ihre Aufmerksamkeit erreichen. Die darf er jetzt aber nicht bekommen. Ignorieren Sie ihn also, und denken Sie daran, dass auch schon ein Blick von Ihnen Aufmerksamkeit bedeutet.

Sonntag, 27. Januar 2013

Autofahren leicht gemacht


Unterwegs im Auto zu sein, sollte der Welpe so früh wie möglich erfahren. Dabei gilt:

1. Nicht übertreiben Fahren Sie zunächst kurze Strecken, belohnen Sie den kleinen Fahrgast danach mit viel Jux und Tollerei.

2. Sie sagen, wann es rausgeht Ganz wichtig: Schon kleine Welpen dürfen niemals ohne Aufforderung aus dem Auto springen! Dies ist für seine weichen Knochen gefährlich und kann sogar lebensgefährlich werden, wenn gerade ein Auto vorbeifährt.

3. Heben Sie junge Hunde heraus
Die wenigsten Welpen trauen sich, aus der Höhe eines Kofferraums zu springen. Sobald der Welpe das "Bleib" am Boden gelernt hat, können Sie das Signal am Auto verwenden. Geben Sie es und gehen Sie einen Schritt rückwärts. Bleibt der Welpe sitzen, gehen Sie zu ihm und belohnen ihn. Vergrößern Sie den Abstand. Heben Sie ihren Hund dann aus dem Auto, mit dem Signal, bei dem er, wenn er alt genug ist, selbst heraus hüpfen darf.

Freitag, 25. Januar 2013

Jagd auf alles, was rennt



Verfolgungsspiele stehen bei Welpen hoch im Kurs, und auch erwachsene Hunde lieben es, bewegten Objekten hinterherzujagen. Doch auch, wenn unser süsser Raufbold nur seinen Spass haben will, einem panischen Jogger oder Radfahrer ist das spätestens dann egal, wenn aus dem tollpatschigen Welpenkind ein Dreissigkilohund geworden ist. Seine Jagdleidenschaft bricht hervor, ein Instinkt, der bei allen vierbeinigen Freunden mehr oder weniger ausgeprägt vorhanden ist. 


1. Kanalisieren Sie seine Lust aufs Jagen 
Geben Sie ihm von Anfang an die Möglichkeit, seine Jagdleidenschaft auszuleben, je nach individuellen Charaktereigenschaften durch ein Hetz-, Such- oder Apportierspiel! Natürlich fangen Sie ein solches Spiel nun nicht inmitten eines Lauftreffs an. Auch hier trainieren Sie zunächst einmal ohne Ablenkung, bis Ihr Hund das Spiel verstanden hat und mit Begeisterung mitmacht. Im nächsten Schritt können Sie auf einer Wiese im Park trainieren, an der ab und zu ein Jogger vorbeikommt. Nähern Sie sich dabei Schritt für Schritt der Ablenkung durch Jogger. Ihr Hund darf diese zwar bemerken, muss aber das Spiel mit Ihnen viel spannender finden. 

2. Gehen Sie auf Nummer sicher 
Nehmen Sie Ihren Hund bei diesem Training immer an die Schleppleine, so haben Sie die Sicherheit, dass nichts passiert, wenn Sie die Situation doch einmal falsch eingeschätzt haben. 

3. Seien Sie interessant für ihn 
Je weniger spannend Ihr Hund die Jogger findet, desto weniger Aktion müssen Sie Ihrem Hund in dieser Situation bieten. Am Ende reicht es vielleicht sogar, wenn sie ihm einfach nur das Signal "Sitz" geben, ihn ein paar Leckerchen am Boden suchen lassen oder aber zum Beispiel die geliebte Spielbeute zum Tragen ins Maul geben und so ganz entspannt mit dem angeleinten Hund an Ihrer Seite einem Jogger begegnen gehen können. 

Donnerstag, 24. Januar 2013

Entspannt im Restaurant



Schon Welpen sollten hier feste Benimmregeln erfahren und lernen, dass es nichts Langweiligeres gibt als Restaurants und dass man Frauchens Vorliebe für diese Orte am besten mit einem entspannten Schläfchen erträgt:

1. Vorher Gassi gehen
Starten Sie die Übung mit einem ausgetobten, glücklichen Hund.

2. Im Café zu Hause sein
Bringen Sie anfangs zum Beispiel seine Decke mit, das hilft ihm, sich schneller zu entspannen.
3. Wählen Sie den richtigen Platz
Suchen Sie sich einen Tisch irgendwo am Rand. So können Sie Ihren Welpen hinter sich in der Ecke ablegen. Wie sollte er entspannen, wenn ständig Menschen vor seine Nase laufen.

4. Viersternehäuser müssen warten
Wählen Sie für die Restaurant-Übung ein Lokal aus, das nicht zu fein für ihren jungen Hund ist.

Dienstag, 22. Januar 2013

Die Übung "Auslassen"



Nicht immer hat Ihr Vierbeiner etwas im Maul, das er haben darf. Allerlei verbotene Dinge sind für junge Hunde interessant. Auch Spielzeug möchte er vielleicht nicht immer hergeben.

Das Hörzeichen: Für diese Übung verwenden Sie zum Beispiel das Signal "Aus". Das ist aber kein "böses" Hörzeichen, also kein Verbotswort. Daher liegt weder in Ihrem Tonfall noch in Ihrer Körpersprache etwas Bedrohliches.

So klappt es: Völlig stressfrei lernt der Hund das Auslassen, wenn Sie es über ein Tauschgeschäft mit ihm einüben. So lernt er einmal mehr, dass es sich lohnt, mit Ihnen zusammenzuarbeiten. Angenommen, Sie machen ein kleines Zerrspiel mit ihm, dann sollten am Schluss meist Sie die Beute haben. Mag Ihr Vierbeiner das Spielzeug nicht so gern abgeben, nehmen Sie einen leckeren Happen und halten ihn dem noch zerrenden Welpen vor sein Näschen. In dem Moment, in dem er das Spielzeug loslässt, sagen Sie "Aus".

Variante: Hat Ihr Welpe Ihr Handy, eine tote Maus oder sonst etwas Verbotenes im Mäulchen, locken Sie ihn freundlich zu sich und tauschen den Gegenstand gegen ein Häppchen. Hat er nach einigem Üben das "Aus" verstanden, können Sie das Hörzeichen auch auf Entfernung nennen. Er wird den Gegenstand dann fallen lassen und zu Ihnen kommen, um sich seinen Happen abzuholen. Bei einer toten Maus wäre das durchaus eine Option, bei Ihrem Handy vielleicht weniger.

Wichtig: Verwenden Sie das Signal "Aus" nicht, wenn Ihr Welpe irgendetwas tut, was er nicht soll! Falls Sie dazu neigen, wählen Sie für das Auslassen ein anderes Hörzeichen.

Samstag, 5. Januar 2013

Der Hund springt Leute an


Viele Hundebesitzer kennen es, man kommt nach Hause und der Hund springt vor lauter Freude an einem hoch. Wenn man das selber mag und möchte spricht generell nichts dagegen aber wenn der Hund auch fremde Leute anspringt hört der Spass bei vielen oft auf. Es gibt eine Vielzahl unterschiedlicher Methoden wie man einem Hund das anspringen an Menschen abgewöhnen kann. Von Methoden wie “Pfoten zusammendrücken” oder auf die “Hinterpfoten treten” möchte ich deutlich Abstand nehmen, denn diese Methoden passen nicht in mein Verständnis von Hundeerziehung. Nicht weil diese vielleicht nicht auch funktionieren sondern weil es oft auch viel einfacher geht.
Der Hund springt Leute an
Als aller erstes sollte sich jeder Hundebesitzer die Frage stellen ob es einem selber gefällt wenn der Hund einen anspringt! Wenn man es bei sich selber zulassen will aber bei anderen Leuten nicht sollte man dem Hund beibringen, dass er nur auf ein bestimmtes Hörzeichen oder auch ein Sichtzeichen am Menschen hochspringen darf. Meistens ist das aber gar nicht der Fall denn häufig möchten Hundebesitzer es generell nicht, dass der Hund an Leuten hochspringt.
Wie bei Allem in der Hundeerziehung ist auch hier Geduld erforderlich aber im Gegensatz zu vielen anderen Dingen geht es in der Regel recht schnell, dass das Problem Hund springt Leute an aus der Welt geschaffen ist.
“Nicht Anspringen” positiv verknüpfen
In 90% aller Fälle die ich kenne, liegt das Problem beim “nach Hause kommen”! Der Hund freut sich, dass sein Rudelmitglied wieder da ist und das wird deutlich, durch anspringen, zum Ausdruck gebracht. Oft nützt hier auch kein “Nein, hör auf, lass das” und ständiges Wegdrehen oder herumfuchteln mit den Armen, meistens animiert es nur noch mehr.
Probieren Sie einfach mal folgendes:
Sie kommen die Tür hinein und bevor Ihr Hund überhaupt die Möglichkeit hat an Ihnen hochzuspringen werfen Sie ein paar Leckerchen auf den Boden vor sich. Wichtig dabei ist, dass Sie dies wirklich machen bevor Ihr Hund Sie angesprungen hat! Schauen Sie mal wie Ihr Hund reagiert, nimmt er die Leckerchen dürfen Sie ihn ruhig ausgiebig dabei loben. Sie können auch gerne “unten” nachfüttern aus der Hand oder noch ein paar Leckerchen dazu werfen. 
Springt der Hund auch andere Leute an, dann üben Sie die gleiche Vorgehensweise auch mit anderen Personen. Sollte Ihr Hund Sie oder andere Leute bereits angesprungen haben vermeiden Sie es dann noch Leckerchen auf den Boden zu werfen.
Unterschiedliche Ursachen fürs Anspringen
Der Hund springt Leute an aus verschiedenen Gründen, wie es bei vielen Sachen in der Hundeerziehung ist. In den meisten Fällen springen Hunde Leute an weil sie sich einfach freuen und Nähe suchen. Ein weiterer Grund für das Anspringen von Leuten kann aber auch ein Dominanzverhalten bzw. ein “anpöbeln” sein. Ich bin mir sehr wohl bewusst, dass viele darin die Hauptursache für das Anspringen suchen, bin jedoch selber nicht der Meinung, das dem so ist. Letztendlich sind Sie es aber der Ihren Hund am besten kennt und einschätzen kann warum Ihr Hund Leute anspringt.

Donnerstag, 3. Januar 2013

Schneespaziergang



Hundepfoten sinken im Schnee tief ein und es können sich Eisklumpen zwischen den Zehen bilden. Nach einem Schneespaziergang müssen Sie diese zum Schmelzen bringen, sei es mit einem warmen Pfotenbad oder bei nicht geräuschempfindlichen Tieren mit einem lauen Föhn.

Viele Hunde übernehmen die Pfotenpflege auch selbst, das heißt sie lecken ihre Pfoten gründlich sauber. Vorsicht ist jedoch geboten, wenn der Hund viel auf salzhaltigen Wegen gelaufen ist, denn auf das Ablecken größerer Salzmengen reagieren magenempfindlichen Tieren mit Verdauungsstörungen oder Erbrechen.

Gerade bei einem Spaziergang, der über solch stark gesalzte oder aber auch mit Streusand versehene Wege führt, bedarf es einer intensiven Pfotenpflege. Dabei sind besonders die sensiblen Stellen zwischen den Zehen zu beachten, da hier durch grobe Salzkörner oder Streusand Scheuerstellen entstehen können. 
Behandeln Sie eventuell entstandene Verletzungen mit einem warmen Bad aus Kamille und Eichenrinde und cremen Sie danach die Ballen mit Wund- und Heilsalbe (Kamille, Ringelblume, Propolis) ein. Lange Haare an den Pfoten sollten Sie im Winter nicht abschneiden, da dies zu leichten Reizungen führen kann.

Vorbeugend können Sie vor dem Spaziergang die Pfoten mit Melkfett oder Vaseline einreiben, damit sich keine Eisklumpen, Salz oder Matsch zwischen den Zehen oder Ballen festsetzen können. Im Fachhandel gibt es als etwas teurere Alternative ein Pfotenschutzspray oder ein Pfotenbalsam, eine leider nicht abriebfeste Abhilfe. Diese Sprays wirken als Schutzfilm gegen Reizungen durch Salz, Streusand, Eis und Schmutz.
Mit einem solchen Pfotenschutz lässt sich auch der empfindliche Zwischenzehenbereich vorbeugend behandeln. Da sich der elastische Schutzfilm beim Laufen abnutzt, muss er in der schnee- und streusalzreichen Zeit täglich erneuert werden.

Sonntag, 16. Dezember 2012

Einen neuen Hund zu Hause


Was passiert, wenn ich den neuen Hund zu Hause habe? Wie sollte ich mich verhalten? 
Egal, welchem Hund Sie ein neues zu Hause geben, ganz automatisch schießt wohl jedem der Gedanke durch den Kopf, dass ab jetzt ihm nur noch Gutes widerfahren soll. Genau aus diesem Gedanken heraus wird  leider häufig der Grundstein für eine schwierige Hund-Halter-Beziehung gelegt: 

Der Hund ist ein Rudeltier und benötigt, um sich wohl zu fühlen, einen festen Platz innerhalb der Rangordnung in dem Mensch-Hund-Rudel. In den ersten Wochen wird Ihr neuer Hund Sie nur beobachten und genau die Rangstrukturen innerhalb Ihrer Familie ausloten. Sie sollten gleich vom Beginn an Ihrem Hund den untersten Platz in der Rangordnung zuweisen. Dazu müssen Sie absolute Autorität – womit natürlich nicht die körperliche Auseinandersetzung gemeint ist – und Konsequenz üben. Ihr neuer Hausgenosse braucht dies, um sich sicher zu fühlen. So vermitteln Sie dem Hund das Gefühl, sich in Ruhe einleben zu können, während Sie, der Chef, dem der Hund vertraut, für ihn alles weitere regeln. Dies ist der wichtigste Zeitraum für das spätere problemlose Zusammenleben.

Durch liebevolle aber absolut konsequente Behandlung mit klarer Grenzensetzung vom ersten Tag an bildet sich eine vertrauensvolle Beziehung zu den neuen Besitzern aus, und der Hund wird sich glücklich und zufrieden in seine Stellung als letztes Glied in der Rangordnung einfügen. 

Leider lassen viele Menschen ihren Hund aus Mitleid heraus zunächst tun, was er will. Statt ihm damit gutes zu tun, verunsichern Sie den Hund damit, denn der Hund braucht eine stabile Führung. Wenn Ihr Hund keinen »ordentlichen« Chef in Ihrer Familie findet, wird er versuchen, selbst zum Schutz des »Rudels« die Führung zu übernehmen. Probleme sind vorprogrammiert. 

Probleme entstehen häufig auch durch ein Zuviel an Liebe und Zuwendung. Natürlich sollen Sie sich ausgiebig mit Ihrem neuen Tier beschäftigen, eine enge Bindung zu Ihrem Hund ist natürlich wünschenswert und wichtig. Aber: Eine zu enge Bindung führt häufig dazu, dass der Hund nicht mehr alleine bleiben kann, was zu erheblichen Problemen im Tagesablauf führt. Der Hund kann dann in Abwesenheit der Besitzer mit Dauerbellen, Winseln, Kot- und Harnabsatz und Zerstörung von Gegenständen wie Teppichen, Sofas, Schuhen und Türen reagieren. 

Zeigen Sie Ihrem Hund gleich vom ersten Tag an, dass Ihre kurzfristige Abwesenheit etwas normales ist. Durch kurze Abwesenheiten, wie der Gang zum Mülleimer, lernt der Hund, dass Sie auch wirklich wiederkommen. Steigern Sie die Dauer des Alleinseins langsam. 

Samstag, 15. Dezember 2012

So versteht Sie Ihr Hund



Um mit Ihrem Hund zu kommunizieren, sollten Sie sowohl Ihre Stimme als auch Ihre Körpersprache einsetzen.


  • Achten Sie darauf, dass sich die Kommandos klar voneinander unterscheiden, und betonen Sie sie deutlich. Darauf kommt es an, nicht jedoch auf die Lautstärke.
  • Sagen Sie nur das Wesentliche und sparen Sie sich Erklärungen, Fragen usw. Das kommt beim Hund nicht an.
  • Wenn Sie ein Kommando durch Ihre Körpersprache, z.B. durch Sichtzeichen, und andere zum verbalen Ausdruck passende Bewegungen unterstreichen, wird Ihr Hund am besten verstehen, was Sie von ihm wollen. 
  • Eine Übung, die Ruhe erfordert, wie das "Bleib", wird der Hund eher richtig machen, wenn Sie das Kommando ruhig sagen und sich ruhig bewegen, als wenn Ihr Tonfall aufgerecht klingt uns Sie nervös hin und her laufen.
  • Bei einer bewegungsintensiven Übung, wie beim Herankommen oder beim Bei-Fuss-Gehen, ist dagegen mehr "Action" des Hundeführers nötig.

Freitag, 14. Dezember 2012

Aus


Sowohl der Welpe als auch der erwachsene Hund sollte sich jederzeit alles wegnehmen lassen. Wollen Sie ihm etwas aus dem Maul nehmen, gehen Sie ruhig zu ihm, nehmen den Gegenstand, den er hält, und sagen "Aus". Falls er ihn abgibt, loben sie ihn.

Wenn er das aber nicht tut, wenden Sie den Schnauzengriff an und drücken mit Daumen und Zeigefinger - je nach Hartnäckigkeit des Hundes mit mehr oder weniger Druck - die Lefzen gegen die oberen Eckzähne. So öffnet er seinen Fang, und Sie können den Gegenstand herausnehmen. Vergessen Sie das Loben nicht.

Anwendungsbeispiel:
Tun Sie das ab und zu, um Ihre Vormachtstellung im Rudel zu festigen. Wichtig ist dieses Kommando, falls der Hund etwas aufnimmt, was gefährlich für ihn sein könnte. Diese Übung ist sowohl für das spielerische als auch ernsthafte Apportieren notwendig.